Gemeinde Deizisau
Im 19. Jahrhundert sowie nach dem 1. Weltkrieg sind viele Bürger wegen Hunger, Armut, Inflation nach Russland und Amerika ausgewandert. Die zwei Weltkriege haben auch in Deizisau ihre Spuren hinterlassen. Die Ehrenmale und die Gräber von Gefallenen sollen Mahnung für alle Zeiten sein.
Durch gemeinsames Handanlegen der Alt- und Neubürger und einer klugen Wohnbaupolitik von Seiten der Gemeindeverwaltung konnten nach 1948 viele Bürger zu einem eigenen Häusle kommen. Und kennt man das Auf und Ab, Hin und Her in der Geschichte von Deizisau, so ist es verständlich, dass sich die Gemeinde nicht umsonst bei der Gebietsreform 1972 mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für ihre Selbständigkeit einsetzte. Sie wollte nicht noch einmal unter die Fittiche von Esslingen kommen. Unter dem Motto: Pfeifadeckel, en alta Hond en am Grädda und der Durchsetzungskraft ihres damaligen Bürgermeisters Ertinger haben sie es geschafft - Deizisau ist selbständig geblieben.
Deizisau entwickelte sich nun vom einstigen Bauerndorf zu einer Industriegemeinde. 1945 hatte der Ort ca. 1.200 Einwohner, dem gegenüber stehen heute ca. 6.500 Bürgerinnen und Bürger. Früher gab es ganze Straßenzüge, wo bei jedem Haus eine Miste dampfte. Heute gedeihen an diesen Stellen Blumenbeete. Industriebetriebe wurden angesiedelt und die B 10 sorgt für eine moderne Verkehrsanbindung, so dass man heute fast allen Einwohnern auch einen Arbeitsplatz anbieten kann.
Die Gemeinde verfügt über eine Grund- und Hauptschule, eine Gemeinde- bzw. Festhalle, Feuerwehrmagazin und für alle Ansprüche genügende Sport- und Übungshalle mit Fußballfeld und Leichtathletikanlage sowie auf der Hinteren Halde eine Sportanlage mit Kunstrasenspielfeld und eine Tennishalle mit 4 Tennisplätzen.
Das beheizte Freibad, 1938 als erstes im Kreis Esslingen erbaut, ist vom 1.5. bis 30.9. geöffnet und erfreut sich großer Beliebtheit, besonders auch bei den Hausfrauen, welche schon morgens um 9.00 Uhr wie eine Traube am Gatter stehen, nach dem Motto: Woischt du em neune noid was kocha, gang ens Schwemmbad, dort wird's besprocha!
Vom Talhang grüßen die Evangelische Kirche aus dem Jahre 1495 und die Katholische Kirche, erbaut 1960.
Durch die Ortskernsanierung entstand in Deizisau eine ganz neue Ortsmitte. Neben dem neu erbauten Rathaus mit Bücherei und Polizeiposten, einer Seniorenwohnanlage wurden einige Fachwerkhäuser restauriert, die Straßenzüge saniert und Blumenrabatten angelegt. Das Alte Rathaus wurde neu hergerichtet und in ihm befindet sich das Erste Württembergische Polizeimuseum und ladet zu einem interessanten Besuch ein. Und natürlich darf zu guter Letzt unsere Zehntscheuer nicht vergessen werden. Aus dem denkmalgeschützten Gebäude ist eine schmucke Begegnungsstätte für Alt und Jung entstanden, die mit seinem vielseitigen Programm nicht mehr aus unserer Gemeinde wegzudenken ist.
Ein vielseitiges kulturelles und gesellschaftliches Angebot zeugt vom bürgerschaftlichen Gemeinsinn, der sich den Fragen der Zukunft ebenso widmet wie der Heimatpflege. Das Vereinsleben wird bei uns groß geschrieben. Waldlehrpfad und Wanderwege sorgen für Erholungsmöglichkeiten. Ebenso bietet der Ort eine gut geführte Gastronomie.
|