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Gemeinde Großbettlingen
Bis in unser Jahrhundert muss die Landwirtschaft durchaus als Haupterwerbszweig im Ort angesehen werden, doch finden sich unter den 634 Einwohnern von 1852 unter anderem 14 Leinenweber mir ihren Familien; 2 Maurer, 3 Schneider, 4 Schuhmacher, 5 Zimmerleute und 3 Schreiner. Insgesamt sind in der Gewerbesteuerrolle von 1852 allein 39 Handwerker genannt, die mir ihren Familien bestimmt ein Viertel der Gesamtbevölkerung ausmachten. Der Wohlstand der Einwohner ist ein mittlerer und ziemlich gleichmäßig; es gibt keine reichen, aber auch sehr wenig ganz arme Leute, heißt es in der Oberamtsbeschreibung von 1848, in der die Gewerbe jedoch als Nebensache und bloß lokal bezeichnet werden. Auch der Weinbau sei in jeder Hinsicht ziemlich gering, obwohl Weingärten in Großbettlingen schon seit 1492 urkundlich belegt sind. Obstkulturen, Rinder- und Schweinezucht prägen die Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts in besonderem Maße. Noch 1939 sprach man von Großbettlingen als einer Arbeiterbauerngemeinde. Heute kann der Ort als Pendlerwohngemeinde mit Industrieansiedlung bezeichnet werden.
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