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Jugendhaus St.Norbert
Der Ordensgründer Norbert von Xanten sah sich im 12. Jahrhundert den Grundsätzen des Augustinus verpflichtet: Gemäß seiner Ordensregeln lebten die Prämonstratenser als Klostergemeinschaft in Abgeschiedenheit und Armut. Ihren Glauben verbreiteten sie durch das Wanderapostolat. Vielleicht planten die Barock-Baumeister die Klosteranlage im Oberschwäbischen deshalb so großzügig, mit offenen, weiten Fluren und mit hohen, stuckverzierten Räumen. Viel Platz, um neue Gedanken schweifen zu lassen. Und drumherum eine malerische Landschaft, nicht nur zum Wandern. Ob in den zwei großen Tagungssälen bei Veranstaltungen oder ob in den einladenden Gästezimmern - drinnen wie draußen - findet sich genügend Raum zum Arbeiten und Erholen. Dafür sorgt nicht zuletzt die Klosterküche: Mit regionalen Spezialitäten gehört die ehemals karge Mönchskost endgültig der Vergangenheit an. An der Verwendung von besten Zutaten, die hier früher selbst angebaut wurden, hat sich hingegen nichts geändert.
Mit seiner offenen und lockeren Atmosphäre bietet St. Norbert auch Raum für kreative Aktivitäten von Jugendlichen und Junggebliebenen - und für Schulungen von Gruppenleitern in der Jugendarbeit, für schulische Orientierungstage oder Projektwochen, für Töpferkurse, Trommel-Workshops und Theaterproben wird sich schwerlich eine schönere Kulisse finden lassen.
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Gemeinde Rot an der Rot
Nach dem freiwilligen Anschluss der früher selbstständigen Gemeinden Spindelwag und Ellwangen und der durch das Gemeindereformgesetz verfügten Eingemeindung von Haslach zählt Rot an der Rot 2007 rund 4200 Einwohner. Nach wie vor bestehen in Ellwangen und Haslach Ortsverwaltungen, welche die Bürgernähe der Verwaltung gewährleisten. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Gemeinde große Mühe gegeben, den vertrauten Lebensraum unter Bewahrung seiner liebgewordenen Eigenart auszubauen und zu gestalten. Die topographische Lage und die dadurch bedingte Hochwassergefahr verlangten die Kultivierung der Bäche und die Erstellung von Rückhaltebecken in Haslach und Spindelwag, deren Seenlandschaft auch der Naherholung dient. Die Ökonomieanlage wurde mit großem Kostenaufwand denkmalgerecht restauriert und beherbergt heute die Gemeindeverwaltung, die Kreissparkasse, die Roter Bücherei und dient als Haus der Vereine. Die Gebäude der Grund- und Hauptschule, Kindergarten, Turnhalle, Festhalle und Sportplatz geben der Gemeinde ein neues Gesicht. Wegen seiner vielen Türme heißt Rot im Volksmund auch -Oberschwäbischer Kreml-. Alle Gebäude im Klosterhof sind kunstvoll bemalt, und es lohnt sich, genau hinzusehen. Was hier die Jahrhunderte überdauert hat, ist in den vergangenen Jahren mit großem finanziellen Aufwand denkmalgerecht restauriert und renoviert worden. Wer Rot an der Rot näher kennen lernen will, kann auf dem -Mönchsrother Pfad- den Spuren des alten Klosterortes nachspüren. Von der ehemaligen Klosterkirche aus führt der Weg über die Ökonomieanlage zur Bruderschaftskirche St. Johann im Haslachtal. Auf 24 Schautafeln ist die Geschichte des Klosterortes nachgezeichnet...
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Narrenzunft Bobohle 1984 e.V.
Der Bobohle ist sozusagen der Haus-und Hofgeist der Roter, um den sich zahlreiche Geschichten und Sagen ranken. Es handelt sich bei ihm um Peter Recutitus, einen zum Christentum konvertierten Juden, der als Abt von 1397-1402 der Roter Prämonstratenserabtei vorstand. In seiner Amtszeit wirtschaftete er das Kloster so herunter, daß er sich zur Flucht genötigt sah, allerdings nicht ohne vorher noch die Kasse entgültig zu leeren. Als die geprellten Mönche die Kasse untersuchten, fanden sie darin eine Katze und eine Maus aus Blech, sowie den seltsamen Spruch: -Sowie die Katz die Maus erwischt, so bleibt ein Jud ein guter Christ- Doch die ruchlose Tat sollte ihm kein Glück bringen: Nach seinem Tod war er dazu verdammt, im Kloster, sowie den dazugehörigen Ökonomiegebäuden zu spuken und allerhand Schabernack zu treiben. Aber auch im und um das Dorf herum trieb er sein Unwesen. Er liess die Milch schon beim Melken sauer werden, stahl die Eier vom Hühnerhof und trank den Bauern den Most im Keller weg. Spätheimkehrer führte er in die Irre, und ließ sie erst um vier Uhr morgens wieder den rechten Weg finden. Besonders die Knechte der Ökonomie, (Wirtschaftshof des Klosters) hatten unter ihm zu leiden. Sie wußten um die Anwesenheit des Bobohle während der Fütterungszeit auf dem Heustock und trauten sich deshalb nicht hinauf. Wenn sie viel Heu brauchten, riefen sie Richtung Heuboden: -Bobohle kei viel Hai ra!- Worauf der eher schalkhafte, als böswillige Geist nur ein paar Gabeln voll herunterwarf. Riefen sie dagegen -Bobohle kei wenig Hai ra-, dann warf er ihnen den ganzen Heustock runter. Bis ein listiger Knecht auf die richtige Formel kam: Bobohle kei`s Hai ra, it z`viel ond it z`wenig.
1988 wurde eine 2. Maskengruppe gegründet, die sich der Narrenzunft Bobohle anschloß. Die Fronweible, vom äußeren Erscheinungsbild her alte verrunzelte Weiber, sind mit Buckelkorb, bzw. Handkorb ausgestattet. Selbstverständlich haben auch sie einen geschichtlichen Hintergrund: Gräfin Henna von Wildenberg, machte im 12.Jahrhundert eine Stiftung zur Gründung des Klosters Mönchsroth. Durch diese Stiftung, die Anerkennung vor den kirchlichen und weltlichen Herrschern fand, wurde das Kloster Mönchsroth Grundherr, Dorf-und Gerichtsherr, sowie Lehensgeber für die Bauern. Für die Überlassung des Lehens waren Abgaben in Form von Material- und Geldleistungen an den Grundherrn zu leisten. Neben dem Heugeld hatten die Bauern Getreide, Eier und auch eine Fasnets-Henne abzuliefern. Die Frauen, die diese Abgaben im Kloster ablieferten, bildeten die Grundlage für die Maskengruppe Fronweible.
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